Die Zeit zwischen der Entnahme und der Einpflanzung der Grafts – die Ischämiezeit – ist ein technisches Detail, das die Überlebensrate der Grafts direkt beeinflusst und von Patienten oft übersehen wird.

Warum die Lagerungslösung wichtig ist

Gekühlte Lösungen vom intrazellulären Typ – wie HypoThermosol – bewahren die Integrität der Zellmembranen der Grafts und ermöglichen über Stunden oder sogar Tage hinweg höhere Überlebensraten im Vergleich zu gewöhnlichen Kochsalzlösungen (vom extrazellulären Typ).

Temperaturkontrolle

Grafts sollten kalt gehalten werden, typischerweise im Bereich von 2-8 °C, knapp über dem Gefrierpunkt. Eine internationale Expertenkonsenserklärung aus dem Jahr 2023, veröffentlicht im Journal of Dermatological Treatment (nach der Delphi-Methode), empfiehlt gekühlte Aufbewahrungslösungen vom intrazellulären Typ, wenn ein Eingriff länger als 6-8 Stunden dauert.

Warum das für Patienten wichtig ist

Bei Eingriffen mit sehr hoher Graft-Anzahl (5.000+) müssen die zuerst entnommenen Grafts unter Umständen Stunden auf ihre Einpflanzung warten. Kliniken ohne ein qualitativ hochwertiges Lagerungsprotokoll können einem höheren Risiko des Graft-Verlusts ausgesetzt sein, insbesondere bei langen Eingriffen.

Eine Frage, die sich bei der Beratung zu stellen lohnt: „In welcher Lösung und bei welcher Temperatur werden die Grafts während des Eingriffs gelagert?“ Wenn Sie darauf keine klare, fundierte Antwort erhalten, ist das ein Grund, die technischen Standards der Klinik zu hinterfragen.