Der Haarfollikel ist ein kleines, aber bemerkenswert komplexes „Mini-Organ", das in die Haut eingebettet ist und über eine eigene, sich selbst erneuernde zyklische Aktivität verfügt. Die durchschnittliche menschliche Kopfhaut enthält 100.000–150.000 Follikel, während der gesamte Körper etwa 5 Millionen trägt.
Kernstrukturen
- Dermale Papille: Eine Ansammlung mesenchymaler Zellen an der Basis des Follikels, die von Blutgefäßen versorgt wird. Sie gilt als das Signalzentrum, das das Haarwachstum steuert.
- Matrix: Schnell teilende Keratinozyten, die die dermale Papille umgeben — die „Fabrik", die den Haarschaft produziert.
- Innere und äußere Wurzelscheide: Schichten, die den wachsenden Haarschaft formen und stützen.
- Bulge-Region: Sitz der Stammzellen des Follikels und die entscheidende Zone, die jeden neuen Wachstumszyklus einleitet. Die Entnahme eines Grafts mit intaktem Bulge ist für den Erfolg der Transplantation unerlässlich.
- Talgdrüse: Produziert das Öl (Talg), das Haar und Haut geschmeidig hält.
Follikeleinheiten
Haare auf der Kopfhaut wachsen nicht einzeln, sondern in natürlichen Gruppen von 1 bis 4 Haaren, den sogenannten Follikeleinheiten. Moderne Techniken (FUE, DHI) erhalten diese natürlichen Gruppierungen während der Transplantation, was ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Ergebnisse natürlicher aussehen als bei älteren Methoden.