Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Haargesundheit ist einer der Bereiche, in denen Marketingaussagen und wissenschaftliche Belege am stärksten miteinander vermischt werden.
Wissenschaftlich belegte Zusammenhänge
Eine 2025 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit ergab, dass Mängel an Zink, Kupfer, Magnesium, Selen, den Vitaminen B12, E und D sowie Folsäure mit dem Fortschreiten der Androgenetischen Alopezie (AGA) in Verbindung stehen. Eisenmangel ist der am besten dokumentierte Nährstoffzusammenhang mit Haarausfall — besonders bei menstruierenden Frauen sollte er abgeklärt werden.
Biotin: Ein überschätztes Nahrungsergänzungsmittel
Biotin ist der am stärksten beworbene Inhaltsstoff in Haar-Nahrungsergänzungsmitteln, obwohl die Evidenz für seine Wirksamkeit bei Haarausfall ohne nachgewiesenen Mangel am schwächsten ist.
Auch ein Überschuss kann schaden
Eine übermäßige Zinksupplementierung kann die Kupferaufnahme beeinträchtigen und paradoxerweise Haarausfall verursachen; auch zu viel Vitamin A oder Selen kann den Haarausfall verstärken. „Viel hilft viel“ gilt hier nicht.
Ein praktischer Ansatz
Die meisten Menschen können ihren gesamten Nährstoffbedarf über eine ausgewogene Ernährung decken. Vor Beginn einer Nahrungsergänzung sollte ein tatsächlicher Mangel durch eine Blutuntersuchung bestätigt und unter ärztlicher Aufsicht behoben werden.