Bevor eine Transplantation in Betracht gezogen wird, müssen Art, Ursache und Stabilität des Haarausfalls festgestellt werden. Eine auf einer Fehldiagnose basierende Operation kann sowohl wirkungslos als auch schädlich sein.

Untersuchungsschritte

  • Anamnese: Familiengeschichte, Beginn und Geschwindigkeit des Haarausfalls, Medikamenteneinnahme, Ernährung, chronische Erkrankungen.
  • Körperliche Untersuchung: Ausfallmuster (lokalisiert vs. diffus), Zustand des Haaransatzes, Anzeichen von Entzündung oder Rötung der Kopfhaut.
  • Trichoskopie (Dermoskopie): Untersuchung auf mikroskopische Anzeichen wie follikuläre Miniaturisierung, gelbe Punkte und abgebrochene Haare.
  • Zugtest (Pull-Test): Wird verwendet, um den Schweregrad des aktiven Haarausfalls einzuschätzen.
  • Blutuntersuchung: Kann angeordnet werden, um behebbare Ursachen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen, niedrigen Ferritin-/Eisenspiegel oder Vitamin-D/B12-Mangel auszuschließen.
  • Biopsie: Kann in unklaren oder seltenen Fällen — insbesondere bei Verdacht auf vernarbende Alopezie — für eine definitive Diagnose notwendig sein.
Fazit: Nur stabile, androgenetische Fälle mit ausreichendem Spenderbereich sind gute Kandidaten für eine Operation. Aktive Autoimmun- oder Entzündungsprozesse müssen zunächst behandelt oder kontrolliert werden.